Schaffen

Eine Auswahl an Arbeiten und Ausstellungen

Transformation

„Löchrige Socken“ entkommen gerade noch mal dem Abfalleimer und erringen ein zweites Leben in Würde. Mit Wachs und Gips form- und haltbar gemacht, kaum mehr erkennbar in ihrem Ursprung, auf Sockel gestellt, entpuppen sie sich als überraschend vielfältig in ihren Erscheinungsformen,- jede Socke ein kleiner Würdenträger.

Ich habe insgesamt ihren vorgefundenen Zustand in ihrer Versehrtheit (sprich Löcherigkeit) übernommen, gelegentlich Löcher erweitert, gelegentlich Teile ab- oder eingeschnitten, gelegentlich aus dem Abgeschnittenen ein zusätzliches Detail gewonnen und hinzugefügt.

Die Sockel ihrerseits sind nicht „wirkliche“ Sockel, sondern bearbeitete Pappkartons oder Styroporteile, ebenfalls ärmliche Vertreter ihres Standes, - beinahe symbiotisch verbunden mit dem Objekt, das sie tragen. Das Ganze ist eine sich immer wieder erweiternde Sammlung. Sie wird als eine den Raummaßen und Raumbedingungen angepasste Installation aufgebaut. Die einzelnen Teile der Installation sind als Einzelteile aufzufassen, können ausgetauscht und in andere Konstellationen und Bedeutungen gebracht werden.

Dazu gibt es das Leporello „Löchrige Socken oder Der Pilgerweg durchs Leben“, genäht und wachsüberzogen

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Barbara Bredow, Nürnberg, zu den Socken-Skulpturen.
Ausschnitt aus ihrer Rede zur Eröffnung der Ausstellung TRIO in der Galerie Hirtengasse des BBK Nürnberg am 22. Nov. 2013:

„Man müsse etwas Neues machen, um etwas Neues zu sehen, sagt Lichtenberg und wir können seine Worte direkt umsetzen auf die Entdeckungen von Hermine Gold. „Es ist nicht so, wie es dem Auge scheint“ nennt sie ihre faszinierende Reihung von Gefäßen und Figuren. Raus aus den Fängen des Alltags, wo ein alter Socken ein alter Socken ist und nichts mehr wert! Neues Leben in zart, ja zärtlich hervorgerufenen Formen – und bitte, lauschen Sie dem Wort nach: Hervor gerufen… Ja – es sind keine verwundeten, löchrigen Socken mehr. Und nein, sie sind nicht auf Dauer zu ewiger Form geworden. Die Form bleibt sterblich, zerbrechlich – so zerbrechlich wie die genial gewählten Staffagen, auf denen sie sich darbietet. Dass diese handgreiflich fragilen KunstGeschöpfe jederzeit der Zerstörung anheimfallen könnten, macht einen Teil der Faszination, die von ihnen ausgeht. Dass sie andererseits unsterblich sind, weil immer wieder wandelbar, wird zur tröstlichen Weisheit. Das Gewesene, in den Händen einer Frau, die es heilt und der Welt neu übergibt. Versieht Kunst die zeitliche Form mit einer Art überzeitlicher Haltbarkeit? Kunst, die Transformation von WeltMaterial, eine Art wärmende Alchemie, die aus den groben Zutaten des Lebens unermüdlich neue Formen, neue Fragen formt.“
(Barbara Bredow)